Die Finanzkrise hat Deutschland so gut wie kaum ein anderes EU-Land überwunden. Das macht sich nicht nur beim Konsumverhalten der Deutschen bemerkbar, sondern vor allem an der Lage am Arbeitsmarkt. Und die sieht für Deutschland aktuell sehr positiv aus, zumindest wenn man sie allgemein betrachtet. Für die Gruppe der älteren Arbeitslosen gilt dies jedoch nicht. Deren Lage hat sich sogar verschlechtert. Im letzten Jahr, so meldete die Bundesagentur für Arbeit, waren nicht ganz 545.000 Menschen im Alter von mehr als 55 Jahren arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 27 Prozent innerhalb der letzten vier Jahre, wie die sr-online berichtet. Die Arbeitslosigkeit insgesamt hat dagegen um ganze elf Prozent abgenommen. Ganz deutlich zeigt sich hier, wie sehr Menschen der Generation 55 und älter am Arbeitsplatz benachteiligt werden. Dieses Bild verdeutlicht sich auch im Vergleich der Langzeitarbeitslosen. Insgesamt liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen bei 35,6 Prozent mit einer Arbeitslosendauer von im Schnitt 417 Tagen. Bei den älteren Langzeitarbeitslosen beläuft sich der Anteil auf ganze 47,1 Prozent und durchschnittlich 601 Tage, während denen auf einen neuen Job gewartet werden muss.

Warum werden jüngere Arbeitnehmer gegenüber älteren bevorzugt?

Die Gründe für die offensichtliche Bevorzugung jüngerer Arbeitnehmer liegen nicht nur in der allgemeinen Annahme, dass jüngere Arbeitnehmer motivierter und leistungsfähiger sind als ältere Arbeitnehmer. Vor allem sind jüngere Arbeitnehmer in der Regel auch günstiger für das Unternehmen. Und zwar nicht nur, weil sie krankheitsbedingt meist weniger selten ausfallen als ältere Arbeitnehmer, sondern vor allem aufgrund ihrer geringeren Erfahrung, die auch weniger hoch entlohnt werden muss . Dabei sind gerade erfahrene Mitarbeiter für Unternehmen unabdingbar. Denn sie sind das Grundgerüst für einen reibungslosen Ablauf verschiedener Prozesse einerseits und stellen andererseits die Quelle dar, von der jüngere Mitarbeiter ideal lernen können. Tatsächlich sind Teams, die aus Mitgliedern mit unterschiedlichen Erfahrungen bestehen, am optimalsten aufgestellt. Denn hier können die Mitglieder voneinander profitieren und gemeinsam sämtliche im Pool befindlichen Fähigkeiten und Kenntnisse nutzen lernen. Eine zentrale Rolle spielen ältere Mitarbeiter hier nicht nur, da sie aufgrund ihres höheren Alters in der Regel auch eine höhere Berufserfahrung aufweisen, sondern nicht selten auch aufgrund ihrer kollegialen Kompetenzen. Diese befähigen sie dazu ein Mitarbeiterteam zu leiten, in dem ältere Mitarbeiter jüngere Mitarbeiter nicht ausspielen, sondern anleiten, und jüngere Mitarbeiter interessiert von älteren Mitarbeitern lernen, anstatt deren Ratschläge zu ignorieren.

Ältere Mitarbeiter bei der Staffxperts GmbH

Aufgrund der Mentorenfunktion, die ältere Mitarbeiter gegenüber jüngeren einnehmen können, versuchen Unternehmen vermehrt ältere Mitarbeiter zu halten oder für diese Zwecke erneut einzustellen. Auch bei der Staffxperts GmbH konnte diese Entwicklung bereits registriert werden. Derzeit sind elf Menschen über 45 Jahre bei uns als Personaldienstleister angestellt, von denen einige bereits seit 2008 beschäftigt werden. Und einige ehemalige Mitarbeiter der Staffxperts aus der Gruppe der älteren Arbeitnehmer sind in den letzten Jahren durchaus auch vom Auftraggeber übernommen worden. Denn gerade wenn ältere Mitarbeiter auf eine neue Stelle und auch auf ihre Rolle als Mentor für jüngere Arbeitnehmer optimal vorbereitet werden, so wie es bei der Staffxperts der Fall ist, können sie einen wertvollen Beitrag in ihrem neuen Job leisten und von Unternehmen für bestimmte Positionen bevorzugt werden.