Wer eine Landkarte aufklappt, um auf die Schnelle den Weg zu finden, der macht sich in der Regel keine Gedanken darüber, wie viel Arbeit in so einer Karte steckt. Den größten Teil dieser Arbeit übernehmen Vermessungstechniker. Mit modernster Technik messen sie zuvor mühsam abgesteckte Felder und arbeiten dabei auf den Millimeter genau.
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Vermessungstechniker ermitteln bei ihren Messungen nicht nur Länge und Breit von bestimmten Grundflächen, sondern vor allem auch ihren Höhenverlauf. Diese Informationen sind nicht nur für die Erstellung von Landkarten und Stadtplänen unabdingbar, sondern auch wenn neue Gebäude errichtet oder neue Straßen angelegt werden sollen. Somit haben Vermessungstechniker immer was zu tun und wer sich für eine Ausbildung als Vermessungstechniker interessiert, setzt auf einen Beruf mit Zukunft.

Vermessungstechniker sind also für eine Reihe von unterschiedlichen Einsatzbereichen verantwortlich. Egal, wo sie zum Einsatz kommen, sie erledigen immer den allerersten Arbeitsschritt. Denn sie schaffen die Grundlage, um neues zu bauen, oder für Karten und Pläne. Denn sie ermitteln die für all diese Aufgaben notwendigen Messdaten. Auch in anderen Bereichen, an die man im ersten Moment überhaupt nicht denken würde, ist es die Arbeit der Vermessungstechniker, die Dinge möglich macht. So könnten Routenplaner im Internet oder Navigationsgeräte im Auto nicht funktionieren, hätten Vermessungstechniker hierfür nicht die Vorarbeit geleistet. Auch für das berühmte 3D-Modell der Dresdner Gemäldegalerie lieferten eine Gruppe von Vermessungstechniker die hierfür notwendigen Daten.

Vermessungstechniker kommen aber nicht nur zum Einsatz, wenn etwas neugebaut oder renoviert werden muss. Auch bei Besitzfragen sind sie eine wichtige Anlaufstelle: So messen sie im Zuge der Eigentumssicherung auch Privatgrundstücke aus.

Ihren Einsatz haben Vermessungstechniker sowohl an der frischen Luft als auch im Büro. Das macht die Arbeit des Vermessungstechnikers spannend und abwechslungsreich. Wenn Vermessungstechniker nicht im Büro sind, vermessen sie bestimmtes Terrain, um hier neue Markierungen zu setzen oder bestehende Markierungen zu überprüfen und zu erneuern. Dabei haben sie viele von uns schon mal gesehen. Mit ihren orangenen Sicherheitswesten und ihrem markanten Werkzeug sind Vermessungstechniker aber auch nicht zu übersehen. Beim Vermessen arbeiten die Messtrupps besonders gut miteinander. Das muss auch so sein, denn schon Fehler von wenigen Millimetern sind schwerwiegende Fehler. Da sie bei ihrer Arbeit unter freiem Himmel vom Wetter abhängig sind, müssen Vermessungstechniker wetterfest sein. Auch für körperliche Arbeit sollte ein Vermessungstechniker taugen, denn hin und wieder kann es durchaus vorkommen, dass er mit einem Spaten bewaffnet alte Geländezeichen freilegen muss.

Die Arbeit unter freiem Himmel ist aber nur ein Teil des Arbeitsalltags eines Vermessungstechnikers. Die anschließende Arbeit findet im Büro statt. Hier wertet der Vermessungstechniker die gesammelten Daten aus und gleicht sie ab, um Planungsunterlagen zu aktualisieren oder Berechnungen anzustellen. Vorwiegend arbeitet er dazu am Computer. Hin und wieder kann es jedoch auch vorkommen, dass er Bleistift, Kartiernadel und Tusche zur Hand nehmen und so arbeiten muss, wie es Vermessungstechniker vor dem Einzug des Computers getan haben. Dies wird jedoch immer seltener. Stattdessen nimmt die Arbeit am Computer einen immer größeren Stellenwert ein – nicht zuletzt weil mithilfe von Laptops nun auch direkt vor Ort bei den Messungen gearbeitet werden kann. Sowohl beim Messen selbst als auch im Umgang mit den Daten wird vom Vermessungstechniker ein hohes Maß an Konzentration und Präzision gefordert. Wer das nicht aufbringen kann, ist für diesen Job nicht gut geeignet. Darüber hinaus sollten Vermessungstechniker außerdem über mathematisches Geschick und Begeisterung für Zahlen sowie die Fähigkeit zu räumlichem Denken mitbringen. Aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Baugewerbe wird der Vermessungstechniker häufig als „verlängerter Arm“ des Architekten bezeichnet. Aufgrund ihrer umfassenden Kenntnisse und ihres breiten Einsatzgebietes sind Vermessungstechniker jedoch sehr viel mehr.

Eine Anstellung finden ausgelernte Vermessungstechniker sowohl in Ingenieurbüros als auch im öffentlichen Dienst. Hier arbeiten sie beispielsweise bei Behörden oder auch Katasterämtern und leisten einen wichtigen Beitrag. Auch im Hoch- und Tiefbau werden Vermessungstechniker eingesetzt, beispielsweise wenn es um den Bau neuer Brücken und Tunnel geht.

Seit dem 1. August 2010 gibt es eine neue Regelung bezüglich der Ausbildung zum Vermessungstechniker. Die angehenden Vermessungstechniker werden im ersten Lehrjahr der dreijährige Ausbildung zusammen mit den angehenden Geomatikern unterrichtet. Diese beschäftigen sich vorwiegend mit der Verarbeitung und der Aufbereitung von Geodaten, während der Schwerpunkt bei den Vermessungstechnikern auf dem Messen und Berechnen eben dieser Daten liegt. Im ersten Lehrjahr sind für beide Gruppen die Inhalte jedoch gleich und umfassen die Grundlagen der Fernerkundungsverfahren und des Raumbezugs sowie die technischen Methoden, die für die Vermessung von Flächen und Objekten notwendig sind. Neu ist auch, dass sich die Vermessungstechniker im letzten Lehrjahr auf eine Fachrichtung spezialisieren und entweder einen Schwerpunkt auf Vermessung oder Bergvermessung legen. Bei Letzterer erlernen die Auszubildenden alle notwendigen Kenntnisse um Vermessungen im Grubenbau unter Tage oder anderen Bereichen des Bergbaus durchführen zu können.

Zur Ausbildung gehört jedoch nicht nur das Wissen, wie Geodaten ermittelt werden, sondern auch welchen Standards und Normen sie entsprechen müssen. Darüber hinaus erlernen die Auszubildenden auch alles Notwendig hinsichtlich der Verwaltung von Geodaten, des Arbeitsschutzes sowie die Grundlagen des Planungs- und Baurechts. Und seit einigen Jahren gehören auch das Vermessung via Satellit und GIS zum Lehrplan oder die Bestimmung von Objektlage und -größe anhand von Fotos.
Mit dem Abschluss der Ausbildung können sich die Absolventen direkt ins Berufsleben stürzen. Der Bildungsweg des Vermessungstechnikers muss hier jedoch lange noch nicht zu Ende sein. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder ein Studium können folgen. Gerade das Studium ist notwendig für alle, die mit staatlicher Vollmacht Grenzsteine setzen, Unterschriften beglaubigen möchten und eine Laufbahn als „Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur“ anstreben. Doch unabhängig vom jeweiligen Abschluss sind die Jobaussichten für Vermessungstechniker sehr gut. Gerade im Moment ist die Nachfrage nach neuen Vermessungstechnikern äußerst groß und auch in Zukunft wird dieser Bedarf noch lange nicht abreißen.