Wer sich auf einen neuen Job bewirbt, der macht sich in der Regel Gedanken über seine Qualifikationen und natürlich auch über seine Wirkung. Um die eigenen Kompetenzen bestmöglich darzustellen, wird am Lebenslauf gefeilt, werden Empfehlungsschreiben eingeholt und wird sich vor dem Vorstellungsgespräch ausgiebig inhaltlich auf das Interview vorbereitet. Um auch optisch einen besonders guten Eindruck zu hinterlassen, schlüpfen viele in ein Outfit, das sie eigens für das Vorstellungsgespräch gekauft haben, gehen noch zum Friseur und achten auch auf eine adrette Mappe, in der notwendige Unterlagen zum Bewerbungsgespräch transportiert werden. Ein letzter Blick in den Spiegel hilft noch einmal zu prüfen, ob Frisur und Outfit richtig sitzen, ob das Lächeln freundlich wirkt und ob die Körperhaltung Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit signalisiert. Während ein Blick in den Spiegel in anderen Situationen häufig an die ein oder andere Problemzone erinnert, steht beim Bewerbungsgespräch optisch nur im Vordergrund, wie professional man aussieht, nicht wie schlank – oder?

Dick im Geschäft? Nicht auf dem modernen Arbeitsmarkt

Tatsächlich ist es für den Erfolg eines Bewerbungsgesprächs vorteilhaft, Fettpolster so gut es geht zu kaschieren. Denn Übergewichtige werden aufgrund ihres Gewichts benachteiligt – und zwar nicht nur von bestimmten Personalentscheidern, sondern von den meisten. Das fand erst im vergangenen Jahr ein Forschungsteam an der Universität Tübingen heraus. Hierzu legten die Wissenschaftler 127 Personalentscheidern Bilder von angeblichen Bewerbern vor und ließen die Personaler zu den Bewerbern unterschiedliche Fragen beantworten. Unter anderem mussten die Versuchspersonen sich für drei Kandidaten entscheiden, die sie anhand von Fotos in die engere Wahl für eine Abteilungsleiterposition ziehen würden. Die Fotos, die vorgelegt wurden, zeigten den Oberkörper von sechs Männern und sechs Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, die alle einheitlich mit einem weißen T-Shirt bekleidet waren. Jeweils vier der zwölf Abbildungen zeigten Menschen mit Übergewicht. Unter den Normalgewichtigen waren außerdem vier Personen mit Migrationshintergrund zu sehen. Obwohl alle Personalentscheider umfangreiche Erfahrungen im Auswahlverfahren von neuen Mitarbeitern aufwiesen und aufgrund ihrer Ausbildung vorurteilsfrei eine Auswahl treffen können sollten, fiel die Auswertung der Studie eindeutig aus: Die Wissenschaftler ermittelten deutliche Vorbehalte gegenüber potentiellen Bewerbern mit Übergewicht. Besonders korpulenten Frauen trauten die Personalentscheider nicht die Funktion einer Abteilungsleiterin zu.

Folgen und Ratschläge für übergewichtige Bewerber

Welche Gründe für die Diskriminierung von fülligen Menschen im Bewerbungsprozess vorliegen, ermittelte die Studie nicht. Vermutlich werden adipöse Menschen mit Trägheit assoziiert, möglicherweise wird übergewichtigeren Menschen auch weniger Disziplin zugetraut. Welche Attribute auch immer zum früheren Aussortieren dickerer Bewerber führt, alle Attribute werden offenbar auf die Arbeitsweise übertragen – und das zu Unrecht. Denn die Leibesfülle eines Menschen gibt keinen Hinweis auf dessen berufliche Kompetenzen und Arbeitsmoral. Erst recht lässt sie nicht auf seine Führungsqualitäten schließen, oder ihre. Nichtsdestotrotz ist der beste Rat an Übergewichtige abzunehmen. Übergewicht ist zwar kein Hinweis auf eine schlechtere Arbeitsweise, doch Fakt ist, dass Übergewicht ungesund ist. Und ein gesunder Mitarbeiter zahlt sich nicht nur für Krankenkassen, sondern auch für Unternehmen aus. Unternehmen wie die Staffxperts unterstützt ihre Mitarbeiter mit wichtigen Informationen zu einem gesunden Lebensstil, damit Sie beschwerdefrei durch den Berufsalltag kommen und auch beim nächsten Bewerbungsgespräch auf jeder und mit ihrer Linie punkten.

Studie der Universität Tübingen
BMC Public Health