Sie sind auf Jobsuche, finden aber Ihre Wunschstelle nicht? Eine willkommene Alternative zum klassischen Weg ist eine Initiativbewerbung. Diese ist in den meisten Fällen sogar die bessere Option für den Bewerber, schließlich werden über 70 Prozent der zu vergebenden Stellen über Initiativbewerbungen vergeben! Neben einer großen Portion Mut sollten Sie jedoch noch einige Sachen beachten, um mit Ihrer Bewerbung auch wirklich Erfolg zu haben – wir klären auf!

Nehmen Sie Ihre Jobsuche, mit einer Initativbewerbung, aktiv in die Hand!

Video: Das Besondere an einer Initiativbewerbung, kurz und knapp erklärt! Videoquelle: Hesse / Schrader – youtube.com

Nicht immer ist unter den gerade ausgeschriebenen Stellen auch das passende Jobangebot vorhanden. Nichtsdestotrotz können Sie aber mit etwas Mut und Geschick den Bewerbungsprozess dennoch aktiv vorantreiben. Initiativbewerbungen sind eine gute Möglichkeit, sich bei Unternehmen zu bewerben, die gerade keine Stellen ausgeschrieben haben. Personalverantwortliche werten Initiativbewerbungen generell besser als die obligatorischen Standard-Bewerbungen. Die Gründe dafür sind offensichtlich und recht trivial:

  • Begeisterung für das Unternehmen

    Ein Bewerber, der aktiv auf den Arbeitgeber zugeht, signalisiert diesem nicht nur, dass er eine Arbeitsstelle sucht, sondern Teil des Unternehmens, das ihn so begeistert, werden möchte. Ebendiesen Punkt sollten Sie auch in Ihrem Anschreiben unterstreichen – doch dazu später mehr.

  • Eigeninitiative

    Wer in der Lage ist, eine Initiativbewerbung zu schreiben, zeigt, dass er Sachen selbst in die Hand nimmt und sich aktiv um seine Angelegenheiten kümmert und kümmern kann. Überträgt man das auf den Job an sich, wird dem Personaler dadurch klar, dass es sich um einen Mitarbeiter handelt, der nicht nur seine Aufgaben erledigt, sondern auch aktiv mitdenkt und das Unternehmen vielleicht sogar aktiv mitgestaltet.

  • Mut

    Querdenker sind nicht in jeder Branche gern gesehen, in vielen Berufen ist es jedoch von Vorteil, wenn ein Mitarbeiter zur Andersartigkeit neigt und gerne unkonventionelle Wege geht.

Das Ziel: Vorstellungsgespräch

Das erste Ziel einer Bewerbung ist zunächst das Vorstellungsgespräch beim entsprechenden Verantwortlichen im Unternehmen. Die gute Nachricht für alle, die mit dem Gedanken spielen, eine Initiativbewerbung zu schreiben: Die Wahrscheinlichkeit, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, ist bei einer initiativen Bewerbung weit über der einer klassischen Bewerbung – schließlich wollen Personalchefs in der Regel wissen, wer von selbst auf sie zukommt und in der Firma arbeiten möchte!

Damit die Bewerbung jedoch nicht zum Fauxpas wird, sollten Sie einige Aspekte berücksichtigten!

„Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?“

Junger Mann bereitet sich auf das Schreiben einer Initiativbewerbung vor.

Bild: Das Schreiben einer Initiativbewerbung ist oft schwieriger als erwartet. Bildquelle: Indypendenz – 362643671 / Shutterstock.com

Der Gedanke an eine Initiativbewerbung mag einen aufs erste beflügeln, doch die Ernüchterung kommt schnell, sobald man vor dem Computer sitzt und die richtigen Worte zu finden versucht. Ein Patentrezept oder ein Muster für eine Initiativbewerbung gibt es nicht – Ihre Bewerbung muss so individuell und außergewöhnlich sein wie Sie selbst! Trotzdem haben wir hier eine kleine Anleitung mit Punkten, die Sie auf jeden Fall beachten müssen, um mit Ihrer Bewerbung erfolgreich zu sein und endlich Ihren Traumjob zu bekommen.

Schritt 1: Die Vorbereitung

Das Anschreiben einer Initiativbewerbung gibt dem Bewerber eine gewisse Freiheit, vieles zu schreiben, was in einer konventionellen Bewerbung unpassend sein könnte. Ebenso ist man dabei frei von einer Stellenausschreibung, auf die man eingehen sollte. Einfach blind in die Tasten hauen ist aber trotzdem nicht ratsam, vor dem Schreiben der Initiativbewerbung sollten Sie sich Informationen über das Unternehmen einholen und sich selbst genauestens analysieren. Folgende Fragestellungen helfen Ihnen dabei:

Vorbereitung einer Initiativbewerbung

UnternehmensanalyseSelbstanalyse
  • Welche Qualifikationen sind für das Unternehmen wichtig?
  • Sind Expansionspläne der Firma bekannt?
  • Hat der Arbeitgeber Fachkraftlücken oder könnte es eventuell welche haben?
  • Was für Bewertungen hat der Arbeitgeber auf kumunu?
  • Was sind meine Fachgebiete und was kann ich am besten?
  • Welchen Mehrwert kann ich dem Unternehmen bieten?
  • Was ist meine Motivation Teil des Unternehmens zu werden?
  • Finde ich vergleichbare Stellen in den Jobbörsen, die meinem Profil entsprechen?

Ziel der Vorbereitung

Ziel der Vorbereitung soll sein, zu erkennen, ob und wie man sich selbst in das Unternehmen eingliedern kann. Umso mehr überzeugendere Argumente Sie finden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Bewerbung auch zum Erfolg führt. Mit allen gesammelten Daten können Sie sich dann schließlich an das Schreiben wagen und müssen dies nicht mehr zum Recherchieren unterbrechen. Ganz wichtig: Halten Sie Ihre gesammelten Daten, Antworten, Fragen und Ideen schriftlich fest und verschaffen Sie sich einen Überblick. Im Idealfall greifen Sie auf folgende Hilfsmittel zurück:

  • Whiteboard

    Es gibt kaum ein besseres Mittel, um Ideen festzuhalten und zu verbildlichen. Der größte Vorteil ist, dass Sie Sachen löschen und erweitern können.

  • Mindmap auf Papier

    Wie früher in der Schule gelernt: Mit einer Mindmap können Sie Ihre Gedanken ordnen und intelligent miteinander verknüpfen!

Schritt 2: Die Formulierung

Junge Dame überlegt sich Formulierungen für ihre Initiativbewerbung

Bild: Die Formulierung und Sprache in einer Bewerbung muss genauestens überlegt werden. Bildquelle: Aaron Amat – 139515002 / Shutterstock.com

Auch wenn sich eine Initiativ-Bewerbung nicht an ein konkretes Stellenangebot richtet, muss sie dennoch passen. Das bedeutet, dass auch Initiativ-Bewerbungen individuell an den jeweiligen Arbeitgeber angepasst werden müssen. Keinesfalls sollten komplette Anschreiben oder Textbausteine aus anderen Bewerbungen übernommen werden. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass es bei Initiativ-Bewerbungen um besondere Qualität der Bewerbung geht. Umgekehrt sollten Sie außerdem begründen können, warum Sie selbst zum Unternehmen passen, denn ähnlich passend wie die Bewerbung muss auch der Bewerber für das Unternehmen sein, bei dem er sich initiativ bewirbt.

Unternehmens-„Slang“ adaptieren

Halten Sie sich stets eins vor Augen: „Auch Firmen kochen nur mit Wasser – und es wird lange nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ – Versuchen Sie, das Unternehmen zu verstehen! Unabhängig davon, ob Sie sich mit Ihrer Bewerbung bei einem Arbeitgeber auf eine ausgeschriebene Stelle oder initiativ bewerben, sollten Sie sich für jedes Bewerbungsanschreiben ausführlich über das jeweilige Unternehmen informieren. Während Sie bei einer klassischen Bewerbung hinsichtlich der Formulierungen auf die in der Stellenausschreibung angegebenen Inhalte und Anforderungen zurückgreifen können, haben Sie bei einer Initiativ-Bewerbung keine solche Quelle, an der Sie sich orientieren können.

Diese Tipps können helfen:

  • Studieren Sie die Webseite und Broschüren des Arbeitgebers ein, achten Sie besonders auf sich wiederholende Adjektive wie „jung“, „innovativ“ oder „zuverlässig“.
  • Achten Sie auf die Formulierungen des Unternehmens selbst – sind diese eher seriös gehalten oder locker jugendlich?
  • Wie sehen die Fotos der Mitarbeiter aus? Handelt es sich um klassische „Bewerbungsfotos“ oder sind diese etwas lässiger gestaltet?

Ebendiese Elemente gilt es zum Teil in die eigene Schreibe zu integrieren. Ziel ist es, beim Personalchef den Gedanken „Das ist ja einer von uns!“ zu provozieren.

Schritt 3: Eine Initiativbewerbung schreiben

Damit Ihre Bewerbung zum Erfolg führt, müssen Sie fundiert begründen können, warum Sie sich ausgerechnet bei dem jeweiligen Arbeitgeber bewerben möchten. Ohne ausgiebige Recherche wird dies nicht funktionieren. Neben dem Inhalt des Anschreibens und dem Lebenslauf sollte Ihre Initiativ-Bewerbung auch formal ansprechend sein. Bei Initiativ-Bewerbungen sind durchaus individuelle Designs erlaubt. Zeigen Sie hier, dass Sie sich mit den Formalien Ihrer Branche durchaus vertraut sind, aber dennoch ein hohes Maß an Kreativität besitzen.

Die Struktur der perfekten Initiativbewerbung

Infografik Struktur einer Initiativbewerbung

Infografik: Mit dieser Struktur in Ihrem Anschreiben machen Sie bei einer Initiativbewerbung nichts falsch! Grafikquelle: Eigene Darstellung

Die Struktur der Initiativbewerbung muss gewissen Richtlinien entsprechen, damit alle benötigten Inhalte vorhanden sind. In der Regel wird das Bewerbungsschreiben in folgende Absätze gegliedert:

Struktur einer Initiativbewerbung

AbsatzInhalt
1Motivation zum Bewerben

  • Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich bei dieser Firma zu bewerben?
  • Warum bewerben Sie sich bei diesem Arbeitgeber und diese Arbeitsstelle?
  • Was gefällt Ihnen am Unternehmen besonders?
  • Welche Karriere-Ziele streben Sie an?
2Eigene Situation und Fähigkeiten

  • Wo arbeiten Sie aktuell?
  • Was sind Ihre Aufgaben dabei?
3Warum ist dieser Job perfekt für Sie?

  • Welche Aufgabenstellungen liegen Ihnen besonders gut?
  • Warum sind Sie der / die Richtige für die beworbene Stelle?
4Bezug aufs Unternehmen

  • Wie können Sie Ihre Fähigkeiten in das Unternehmen integrieren?
5Abschließendes

  • Möglicher Eintrittstermin
  • Grußformel
  • Unterschrift

*Die Tabelle gilt als Richtungsweiser!

Weniger ist mehr

Außerordentlich schöne junge Frau hat ein Vorstellungsgespräch auf Grund von Initiativbewerbung

Bild: Mit einer Initiativbewerbung zum Erfolg? Die Chancen stehen besser als die meisten glauben! Bildquelle: ZephyrMedia – 561824005 / Shutterstock.com

Es ist absolut legitim während der Suche nach einem Job mehr als nur eine Initiativ-Bewerbung zu versenden. Dies gilt jedoch nur, wenn diese Bewerbung auch ernst gemeint ist und den oben genannten Qualitätsanforderungen entspricht. Da eine Initiativ-Bewerbung jedoch nur über ein gewisses Maß an Qualität verfügen kann, wenn sich für ihre Erstellung ausreichend Zeit genommen wurde, können ernst gemeinte Initiativ-Bewerbungen nicht so zahlreich unter Ihren Bewerbungen vertreten sein.

Weitere Tipps: Auch inhaltlich ist weniger oft mehr. Um sich bei dem Arbeitgeber selbst ohne passenden Stellenausschrieb interessant zu machen, schreiben sich manche Bewerber um Kopf und Kragen. Machen Sie stattdessen nur inhaltlich wertvolle Formulierungen und bringen Sie jeden Aspekt kurz und knapp auf den Punkt. Um einen gewissen inhaltlichen und formellen Standard bei Ihren Initiativ-Bewerbungen zu wahren, sollten Sie daher jede Initiativ-Bewerbung von Bekannten mit unterschiedlichem Fachwissen prüfen lassen.

 

Bildquellen:

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Aaron Amat – 139515002 / Shutterstock.com

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