Mittlerweile besetzen Unternehmen bereits jede zweite Stelle über das Internet. Wer nach Mitarbeitern sucht, schreibt die offenen Stellen über die eigene Webseite oder nutzt die zahlreichen Online-Stellenbörsen. Auch die sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook werden bei der Mitarbeitersuche immer wichtiger. Eine Bitkom-Umfrage unter 1.300 Unternehmen hat ergeben, dass sich ein Viertel der Deutschen Unternehmen elektronische Bewerbungen in jedem Fall bevorzugt. Zumeist wird dabei eine erste Kontaktaufnahme via E-Mail oder einem speziellen Online-Formular gewünscht. Auch für Arbeitnehmer bietet die elektronische Bewerbung zahlreiche Vorteile. Allerdings gibt es dabei durchaus einige Tücken, auf die Sie achten sollten.

Die richtige Vorbereitung

Eine Bewerbung via E-Mail ist schnell verschickt. Dies führt jedoch dazu, dass viele Online-Bewerbungen ohne die nötige Vorbereitung abgeschickt werden. Wie bei der klassischen Bewerbung sollten Sie auch hier zunächst alle relevante Informationen über das betreffende Unternehmen einholen. Hierzu gehört zunächst die E-Mail-Adresse des verantwortlichen Mitarbeiters. Bewerbungen an anonyme Postfächer wie info@firma.de werden meistens zu Blindgängern. Die nötigen Infos finden Sie zumeist auf der Firmenwebseite oder falls vorhanden auch auf der Fanpage bei Facebook. Falls Sie noch weitere Infos benötigen, können Sie auch per Mail bei der Personalabteilung nachfragen. Erkundigen Sie sich bei dieser Gelegenheit am besten auch gleich nach dem richtigen Ansprechpartner. Und ganz wichtig: Jede Bewerbung muss individuell auf die jeweilige Stelle angepasst werden. Serienmails werden sofort erkannt und landen zumeist direkt im digitalen Papierkorb.

Das richtige Format der Bewerbung

Unternehmen, die regelmäßig nach Mitarbeitern suchen, stellen auf ihrer Webseite zumeist ein Online-Bewerbungsformular zur Verfügung. Ist dies der Fall, sollten Sie das Formular auch nutzen. Achten Sie vor dem Absenden darauf, dass alle Felder korrekt ausgefüllt sind. Rechtschreibfehler können Sie vermeiden, indem Sie die Textbausteine offline schreiben und vor dem Einfügen genau prüfen. Am besten lassen Sie nochmals einen Freund oder Profi einen Blick drauf werfen. Verwenden Sie nach Möglichkeit keine Sonderzeichen, da diese beim Empfänger falsch dargestellt werden können. Dies gilt insbesondere auch für das Euro-Zeichen. Schreiben Sie bei der Angabe von Gehaltsvorstellungen besser EUR. Wählen Sie für die Anlagen wie Lebenslauf oder Zeugnisse ein bekanntes Format, dass der Empfänger auch öffnen kann. Die E-Mail selbst können Sie ruhig etwas knapp halten. Wichtig ist nur, dass der Text beim Empfänger Lust auf das Lesen der Anlagen macht. Das eigentliche Anschreiben kommt dann auch als Anhang an die E-Mail. Verwenden Sie in jedem Fall eine neutrale und seriöse E-Mail-Adresse, am besten mit Name und Vorname. Adressen wie HotBoy70@hotmail.com sind dagegen nicht angebracht.

Gestaltung der E-Mail-Bewerbung

Bei Bewerbungen per E-Mail kommt der Betreffzeile eine ganz besondere Bedeutung zu. Diese wird vom Empfänger als Erstes gelesen und vermittelt gleich den entscheidenden ersten Eindruck. Bewerben Sie sich auf eine konkrete Stellenanzeige, sollte das Wort „Bewerbung“ sowie die Stellenbezeichnung und falls vorhanden auch die Kennziffer im Betreff genannt werden. So kann Ihre Bewerbung sofort richtig zugeordnet werden. Sollten Sie sich initiativ bei einem Unternehmen bewerben, sollte ebenfalls der Begriff „Bewerbung“ gemeinsam mit einem kurzen Slogan im Betreff stehen. Wie bei einem schriftlichen Bewerbungsschreiben sollten Sie auch bei E-Mail-Bewerbungen auf unterschiedliche Formatierungen weitestgehend verzichten. Eine schlichte Eleganz wirkt hier weitaus seriöser. Ans Ende der E-Mail kommt eine Signatur mit Name, Anschrift und Telefonnummer. Sollten Sie eine eigene Bewerbungshomepage besitzen, können Sie noch per Link auf diese verweisen. Und unbedingt beachten: Auch wenn es sich hier um eine E-Mail handelt, ein lockerer Ton ist absolut tabu.

Worauf es bei den Anlagen ankommt

Achten Sie darauf, dass die E-Mail nicht zu viele und vor allem keine zu großen Anhänge enthält. Es besteht sonst die Gefahr, dass die E-Mail direkt im Spam-Ordner landet. Die meisten Arbeitgeber erwarten bei der ersten Bewerbung Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse sowie falls gefordert einige Arbeitsproben. Das Foto sollten Sie nach Möglichkeit in den Lebenslauf integrieren. Achten Sie darauf, dass alle Anlagen nicht größer als 4 Megabyte sind. Da die einzelnen Anlagen innerhalb des Unternehmens weitergeleitet werden, sollten Sie diese immer eindeutig benennen. Statt nur Lebenslauf.pdf wählen Sie besser Lebenslauf_Max_Mustermann.pdf. Vor dem Absenden sollten Sie unbedingt überprüfen, ob Ihr E-Mail-Programm auch alle Anlagen korrekt hochgeladen hat.

Patzer, die Sie in jedem Fall vermeiden sollten

Wie bei der klassischen Variante gibt es auch bei Online-Bewerbungen einige Pannen. Wenn man die möglichen Tücken kennt, lassen sich diese jedoch relativ einfach vermeiden. Deshalb im Folgenden die 6 schlimmsten Patzer bei Online-Bewerbungen.

Zu viele Anhänge

Eine E-Mail-Bewerbung besteht nach Möglichkeit nur aus einem Anhang. Fassen Sie die einzelnen Anlagen wie Lebenslauf, Zeugnisse etc. in einem PDF-Dokument zusammen. Mit einem kostenlosen PDF-Programm ist dies schnell erledigt. Fügen Sie am besten Lesezeichen in das Dokument ein, damit der Empfänger besser in dem Dokument navigieren kann.

Betreffzeile vergessen

Ohne den richtigen Betreff kann Ihre Bewerbung nicht dem verantwortlichen Mitarbeiter zugeordnet werden. Vor allem in großen Firmen landen Mails ohne Betreff zumeist direkt im Papierkorb. Schreiben Sie zumindest einen Betreff wie „Bewerbung als …“, kreativere Formulierungen sind natürlich besser.

Etikette vernachlässigen

Jede Bewerbung per E-Mail sollte Ihre Reife und Professionalität zum Ausdruck bringen. Verzichten Sie deshalb auf Smileys, Abkürzungen oder eine durchgehende Kleinschreibung. Grammatik- oder Rechtschreibfehler sind in einer Bewerbung ohnehin tabu.

Fotos einscannen

Das Bewerbungsfoto ist ein elementarer Teil Ihrer Bewerbung. Unprofessionell eingescannte Bilder sind deshalb ein absolutes No-Go. Lassen Sie sich vom Fotografen die Fotos zusätzlich in digitaler Form auf einem Stick oder einer CD mitgeben.

Falschen Kanal benutzen

Wenn das Unternehmen eine Bewerbung über das Online-Formular wünscht, dann wird auch keine E-Mail gewünscht. Achten Sie deshalb bei der Stellenausschreibung auf die genaue Formulierung. Online-Bewerbung ist nicht gleichbedeutend mit E-Mail-Bewerbung.

Anhang vergessen

Peinlich wird es, wenn Sie den Anhang in einer separaten Mail nachsenden müssen. Dies ist bereits ein erstes Anzeichen für schlampiges Arbeiten. Vor dem Klick auf „Senden“ also nochmals alle Anhänge überprüfen.