Ein Kriterium für die Berufswahl ist der Ort der Tätigkeit. Während die einen die Arbeit in einem Büro bevorzugen, arbeiten andere gern in der freien Natur. Das Berufsbild des Vermessungstechnikers wird beiden Kriterien gerecht und bietet so Abwechslung im Berufsalltag. Wir stellen das Tätigkeitsfeld des Vermessungstechnikers vor und werfen einen Blick auf die Ausbildungsinhalte, Verdienstmöglichkeiten und Karrierechancen.

Arbeit eines Vermessungstechnikers auf einer Straßenbaustelle

Der Theodolit ist ein wichtiges Arbeitsinstrument des Vermessungstechnikers. Er dient zur Messung von Horizontalrichtungen und Zenit- oder Vertikalwinkeln. Diese Daten werden bei der Herstellung von Landkarten oder im Bauwesen benötigt. Bildquelle: Dmitry Kalinovsky – 239155450 / Shutterstock.com

In Deutschland ist Vermessungstechniker die offizielle Berufsbezeichnung für jemanden, der eine dreijährige Ausbildung durchlaufen hat. Eine veraltete Bezeichnung für diesen Beruf ist das aus dem Griechischen stammende Fremdwort Geodät. Es bezieht sich auf einen Fachmann auf dem Gebiet der Geodäsie und bedeutet so viel wie „jemand, der die Erde in Grundstücke einteilt“. Je nach Region wurde in früheren Zeiten auch der Begriff Geometer verwendet. Das Wort stammt ebenfalls aus dem Griechischen und bezeichnet ganz allgemein jemanden, „der die Erde vermisst“. Umgangssprachlich werden Vermessungstechniker auch als Landvermesser oder Feldmesser bezeichnet. Vermessungstechniker, die an einer Hochschule oder Universität Geodäsie studiert haben, dürfen die Berufsbezeichnung Vermessungsingenieur tragen.

Aufgaben eines Vermessungstechnikers

Auszubildende können sich auf zwei Fachrichtungen spezialisieren:

  • Vermessungstechniker Vermessung
  • Vermessungstechniker Bergvermessung

Die Tätigkeitsinhalte von Vermessungstechnikern der Fachrichtung Vermessung umfassen in erster Linie Lage- und Höhenvermessungen im Gelände sowie die Erfassung und Verarbeitung der gewonnenen Daten in Bauplänen, Landkarten und Registern für Flurstücke, Parzellen und Grundstücke, den sogenannten Liegenschaftskatastern.

Wer sich als Vermessungstechniker auf die Fachrichtung Bergvermessung spezialisiert hat, führt Vermessungen von Rohstoffvorkommen durch und nimmt deren geologische Verhältnisse auf. Auch hier werden die gewonnenen Daten in Form von Karten, Plänen und markscheiderischen Darstellungen weiterverarbeitet.

Tätigkeitsinhalte eines Vermessungstechnikers

Infografik zu den Aufgabenfeldern eines Vermessungstechnikers. Quelle: eigene Darstellung

Wo findet man Vermessungstechniker?

Da eine der Hauptaufgaben des Vermessungstechnikers die Vermessung von Flurstücken, Parzellen und Grundstücken ist, findet man sie vorwiegend in Ämtern des öffentlichen Dienstes wie zum Beispiel:

  • Landesvermessungsämter
  • kommunales Katasteramt
  • Vermessungsämter
  • Behörden für Geoinformation und Landentwicklung
  • Liegenschaften
  • Bergbaubehörden

Darüber hinaus kommen nach der Ausbildung auch Anstellungen in der freien Wirtschaft in Ingenieurbüros, Vermessungsbüros oder Unternehmen der Bauwirtschaft infrage.

Wie viel verdient ein Vermessungstechniker?

Ein Vermessungstechniker und eine Konstrukteur besprechen sich auf der Baustelle.

Die Ausbildungsvergütung für den Vermessungstechniker liegt im dritten Lehrjahr bei 971 Euro und damit deutlich höher als die eines Trockbaumonteurs. Bildquelle: Dmitry Kalinovsky – 72251050 / Shutterstock.com

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gibt für die Ausbildung zum Vermessungstechniker in den alten Bundesländern im Jahr 2015 eine tarifliche Ausbildungsvergütung von 895 Euro. Dabei handelt es sich um einen durchschnittlichen Wert über die gesamte Ausbildungsdauer von drei Jahren. Die Ausbildungsvergütungen für die einzelnen Lehrjahre sehen wie folgt aus:

  • Lehrjahr: 867 Euro
  • Lehrjahr: 921 Euro
  • 3. Lehrjahr: 971 Euro
Während der Ausbildung verdienen Auszubildende zum Vermessungstechniker 898 Euro im Schnitt

Die Statistik zeigt die tarifliche monatliche Ausbildungsvergütung (Durchschnitt über die gesamte Ausbildungsdauer) nach Berufen in den alten Bundesländern im Jahr 2015. Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung in Westdeutschland betrug im Jahr 2015 für eine/n Vermessungstechniker/-in 895 Euro im Monat. Quelle: eigene Darstellung

Nach der Ausbildung hängen die Verdienstmöglichkeiten im Wesentlichen davon ab, ob die Stelle im öffentlichen Dienst oder in der freien Wirtschaft angetreten wird. Statistisch gesehen, liegen die Gehälter bei Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes höher als in privaten Ingenieur- oder Vermessungsbüros:

ArbeitgeberGehalt
Öffentlicher Dienst€ 2.865 bis € 3.172 pro Monat
Gewerbliche Wirtschaft€ 2.262 bis € 2.470 pro Monat

Voraussetzungen für den Beruf

Für die Ausbildung zum Vermessungstechniker ist bei den Behörden des öffentlichen Dienstes in der Regel ein Realschulabschluss notwendig. Schulabgänger mit Abitur haben bessere Chancen und machten im Jahr 2014 etwa 54 Prozent der Bewerber aus. Ein Hauptschulabschluss reichte 2014 immerhin noch einem Prozent der Bewerber für einen Ausbildungsvertrag.

Für eine duale Ausbildung in einem Betrieb der gewerblichen Wirtschaft verfügten 2014 50 Prozent der Bewerber über einen Realschulabschluss und 30 Prozent besaßen die Hochschulreife. Einen Hauptschulabschluss besaßen 10 Prozent. Ebenfalls 10 Prozent konnten keinen Hauptschulabschluss vorweisen. Im Gegensatz zu Bewerbern im öffentlichen Dienst waren die Chancen hier für Schulabgänger mit Hauptschulabschluss größer. Sie machten zehn Prozent aus.

Da für dieses Berufsbild keine bestimmte, rechtlich vorgeschriebene Schulbildung verlangt wird, können sich für die Ausbildung zum Vermessungstechniker theoretisch auch Schulabgänger ohne Abschluss bewerben. Ihre Zahl machte im Jahr 2014 immerhin zehn Prozent aus.

Bewerber erhöhen ihre Chancen, wenn sie in den folgenden Schulfächern gute bis sehr gute Kenntnisse vorweisen können:

SchulfachKenntnisseBerufliche Tätigkeit
MathematikAlgebra und Geometrie

 

Vermessungstechnische Berechnungen, Flächenberechnung, Höhenberechnung
GeografieGeografische KoordinatensystemeInterpretation von Luftbildern und Landkarten
Werken / TechnikTechnisches ZeichnenFertigung von Bebauungs- und Grundstücksplänen, aktualisieren von Landkarten
PhysikKenntnis physikalischer Gesetze und ZusammenhängeDurchführung und Auswertung elektrischer Messungen im Gelände

Anforderung an Gesundheit und Physis

Eine regelmäßige Untersuchung beim Arzt, viel Sport und eine ausgewogene Ernährung sind Pflicht für Menschen mit schweren Berufen.

70 Prozent der im Rahmen einer Forsa-Umfrage befragten Probanden gaben an, dass sie bei der Arbeit gestresst sind. 33 Prozent fühlten sich sogar verbraucht. Fitness und eine gesunde Ernährung sind deshalb unabdingbar bei Berufen mit hohen Belastungen. Bildquelle: kurhan – 162433061 / Shutterstock.com

Der Beruf verlangt sowohl Tätigkeiten im Innendienst als auch im Außendienst. Deshalb sollten Bewerber einerseits über eine robuste Gesundheit verfügen, um auch bei widrigen Witterungsverhältnissen Vermessungen im freien Gelände durchführen zu können. Andererseits verlangt die Tätigkeit auch ein gewisses Maß an Belastbarkeit der Wirbelsäule, da die notwendigen Messgeräte im Gelände getragen und aufgestellt werden müssen. Diese sind allerdings nicht so schwer, dass weibliche Vermessungstechniker diese Tätigkeit nicht bewältigen könnten.

Nachteilig können sich Beeinträchtigungen des Seh- und Hörvermögens auswirken, da die Tätigkeit sowohl ein gutes Sehvermögen für die Ferne im Gelände als auch ein gutes Nahsehen beim Lesen von Karten und Plänen erfordert. Zudem sollten Bewerber in der Lage sein, unter erschwerten Bedingungen über Funk kommunizieren zu können.

Hilfreiche Interessen und Fähigkeiten

Eine der schwierigsten Entscheidungen für junge Menschen ist die Wahl des künftigen Berufes. Der berufliche Alltag beeinflusst über viele Jahre unser persönliches Glücksempfinden. Die Arbeit soll interessant und abwechslungsreich sein. Nicht immer wissen die Jugendlichen zum Zeitpunkt der Berufswahl, welche Tätigkeit ihren Neigungen, Interessen und Fähigkeiten entspricht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über Interessensgebiete und Fähigkeiten, die bei der Erlernung des Berufes Vermessungstechniker hilfreich sein können.

Interessen / FähigkeitenAnwendung im Beruf
verwaltend-organisatorische Tätigkeiten
  • Erfassen von Messdaten am Computer
  • Eingeben von Vermessungsergebnissen in Karten und Pläne
  • Dokumentieren, Archivieren und Verwalten von Plänen und Landkarten
Genauigkeit und Sorgfalt
  • Durchführen und Kontrollieren vermessungstechnischer Berechnungen
Theoretisch-abstrakte Tätigkeiten
  • Analysieren von Messdaten unterschiedlicher Herkunft bei der Einrichtung von Geoinformationssystemen
Affinität zu digitalen Medien
  • Arbeit mit Datenverarbeitungsprogrammen und CAD-Technik
Mündliche Ausdrucksfähigkeit
  • Erteilen von Auskünften an Verkehrsplaner, Grundbuchämter und andere Institutionen
Handwerkliches Geschick
  • Einstellen von Nivelliergeräten und Entfernungsmessern
Zeichnerisches Talent
  • Fertigung und Aktualisierung von Pläne und Karten mit Hilfe von Bleistift und Tusche
  • Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen zu Geländeaufnahmen

Ist der Beruf auch für weibliche Bewerber geeignet?

Für den Beruf des Vermessungstechnikers gelten keine geschlechtsspezifischen Einschränkungen. Im Jahre 2010 betrug der Anteil der weiblichen Bewerber für die Ausbildung 26,9 Prozent. Inzwischen ist fast jeder Dritte Vermessungstechniker weiblich. Da der öffentliche Dienst ein Hauptarbeitgeber für diesen Berufszweig ist, wird Frauen in der Regel eine flexible Einrichtung der Arbeitszeit oder Teilzeitarbeit ermöglicht, sodass sich Beruf und Familie gut miteinander kombinieren lassen.

Arbeitgeber haben erkannt, dass Frauen in einigen Bereichen des Tätigkeitsfeldes wie zum Beispiel bei Grenzstreitigkeiten vor Ort mehr Schlichtungskompetenz aufweisen können als Männer.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Der technische Fortschritt kommt nie zum Stillstand. Deshalb ist es auch als ausgebildeter Vermessungstechniker wichtig, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen. Neue Entwicklungen in den Geowissenschaften können auch Einfluss auf die Bereiche Vermessungstechnik und Geoinformationssysteme haben. Auch im Bereich CAD-Technik existieren starke Spezialisierungen, die ständig weiterentwickelt werden und die Arbeit in der Vermessungstechnik erleichtern.

Eine Hand vor einem CAD-Blueprint mit einem Stift in der Hand.

Der Beruf bietet eine Vielzahl von Vertiefungen an, zum Beispiel im Bereich CAD. Bildquelle: FERNANDO BLANCO CALZADA – 228126373 / Shutterstock.com

Ein aktueller Trend in der Vermessungstechnik ist der Einsatz von Drohnen. Sie werden beispielsweise für Kartierung und Mapping, Luftaufnahmen und für die berührungslose Vermessung von Gebieten, die nur schwer zugänglich sind wie Moore oder Dschungelgebiete, eingesetzt. Auch bei der Erstellung von digitalen Terrainmodellen und der Erkundung von Rohstoffvorkommen kommen Drohnen häufig zum Einsatz. Deshalb müssen sich angehende Vermessungstechniker die entsprechenden Kenntnisse dieser Technologie aneignen.

Perspektiven nach der Berufsausbildung ergeben sich vor allem durch ein Studium der Vermessungstechnik oder Geoinformatik mit Bachelorabschluss zum Vermessungsingenieur. Alternativ besteht auch die Möglichkeit der Weiterbildung zum Techniker in der Fachrichtung Vermessungstechnik.

Ausbildungsinhalte

 Wie in vielen anderen Ausbildungsberufen auch erfolgt die Ausbildung zum Vermessungstechniker parallel in einem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Zeiten für den Berufsschulunterricht können variieren und entweder an bestimmten Wochentagen oder in Blockform stattfinden.

Im ersten Lehrjahr werden die Azubis mit den Grundlagen der Geoinformationstechnologie vertraut gemacht und lernen die branchenspezifischen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Normen und Standards kennen.

 In der BerufsschuleIm Ausbildungsbetrieb
1. LehrjahrGeodaten erfassen und bearbeiten; Beispiele für Betriebe der Geoinformations-technologie; Geoinformationssysteme verwenden und präsentierenEinzelprozesse des Geodatenmanagements
2. LehrjahrReferenzpunkte bestimmen;

Objekte geometrisch erfassen und visualisieren;

Geoinformationssysteme einrichten und nutzen;

Bauabsteckungen durchführen

Ganzheitliche Prozesse des Vermessungswesens und des Geodatenmanagements

 

3. LehrjahrLiegenschaftskataster und Grundbuch verwenden;

Liegenschafts-vermessungen durchführen;

Planungsunterlagen erstellen;

Bodenordnungen bearbeiten und Wertermittlungen begleiten;

Bau-, Bauwerks- und Industrievermessung durchführen

Liegenschaftskataster und Grundbuch;

Bauordnung, Bodenordnung und Grundstückswert-ermittlung;

Durchführen von technischen Vermessungen

Außerdem werden während der Ausbildung Lerninhalte in den allgemeinbildenden Fächern Deutsch, Wirtschaftsdeutsch und Sozialkunde gelehrt.

Mit bestandener Abschlussprüfung haben Azubis grundlegende Kenntnisse und Kernkompetenzen in den folgenden Bereichen erworben:

  • Kartografie
  • Topografie
  • Vermessung
  • Vermessungstechnische Berechnungen
  • Geoinformationssysteme
  • Kartografie- und Vermessungssoftware

Geräte und Instrumente des Vermessungstechnikers

Die Erfassung von Geodaten verlangt einige spezifische Geräte, die im Folgenden genauer vorgestellt werden sollen:

  • Nivelliergerät: für Flächennivellements in flachem Gelände
  • Theodolit: Winkelmessinstrument zur Messung von Horizontalrichtungen und Zenit- oder Vertikalwinkeln
  • Tachymeter: Bestimmung von Zielpunkten mit cm-Genauigkeit; Messung von Horizontalrichtungen, Vertikalwinkel und der Schrägstrecke zum Zielpunkt; zur Verwendung kommen optische oder elektronische Tachymeter
  • Elektrooptische Distanzmesser: Aufsatzgerät für Theodoliten zur Bestimmung von Entfernungen von einem Zielpunkt
  • Sextant: zum Messen des Winkels zwischen zwei Gegenständen

Neben diesen technischen Geräten verfügt der Vermessungstechniker auch über Hilfsgeräte und Hilfsmittel wie Messbänder, Lotgeräte, Winkelprismen, Fluchtstäbe, Grenzsteine, Holzpfähle, Eisenbolzen und Funkgeräte.

Die Auswertung und Weiterverarbeitung der Messdaten erfolgt in der Regel am Computer mit vermessungstechnischen Datenverarbeitungsprogrammen, CAD -Programmen und Geoinformationssystemen. Außerdem gehören zu den Arbeitsmitteln des Vermessungstechnikers Unterlagen wie Katasterkarten, topografische Karten, Luftbilder, Pläne, amtliche Nachweise und Gesetzesblätter zum Vermessungs- und Katastergesetz.

Als Quereinsteiger in den Beruf des Vermessungstechnikers

Bauzeichnungen sind umfangreich und setzen viel Know-How voraus. Der Schritt zum Vermessungstechniker ist dennoch möglich.

Als Bauzeichner erhält man eine monatliche Ausbildungsvergütung von 996 Euro im Monat. Damit liegt die Vergütung ungefähr auf derselben Höhe, wie die eines Vermessungstechnikers. Wer also den Beruf wechseln möchte, muss kaum finanzielle Einbußen hinnehmen. Bildquelle: Indypendenz – 390669313 / Shutterstock.com

Für Stellenangebote eines Vermessungstechnikers können sich Fachkräfte aus anderen Berufen mit guten Chancen bewerben. Dazu gehören unter anderem folgende Berufe:

Auch diese Berufsfelder erfordern Vermessungsarbeiten, die Erstellung von Planungsunterlagen und die computergestützte Anfertigung von Plänen und Zeichnungen.

Darüber hinaus kann der Einstieg als Vermessungstechniker auch über die Tätigkeit des Vermessungsgehilfen erfolgen. Dieser assistiert dem Vermessungstechniker bei der Vermessung. Über entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen und einige Jahre Berufspraxis kann dann die Qualifizierung zum Vermessungstechniker erfolgen.

Fazit

Mathematische Fähigkeiten sind unabdingbar für einen Vermessungstechniker.

Als Vermessungstechniker muss eine Affinität zur Mathematik bestehen. Bildquelle: Visual Generation – 373341613 / Shutterstock.com

Es gibt nur wenige Berufe, in denen sich eine Neigung zur Mathematik mit der Liebe zur Natur miteinander kombinieren lassen. Der Beruf des Vermessungstechnikers ist einer davon. Der berufliche Alltag gestaltet sich sehr abwechslungsreich, denn neben der Büroarbeit ist der Außendienst ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitszeit. Dabei sind auch Eigenschaften wie Team- und Kontaktfähigkeit gefragt. Als Teil eines Vermessungstrupps garantiert nur die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen eine fehlerfreie Messung und im Austausch mit Baubehörden, Grundstückeigentümern und anderen Fachkräften ist auch der Umgang mit Menschen Teil des Berufsalltags.

Zu den Bedingungen und Anforderungen während der Ausbildung gehören insbesondere die praktische Mitarbeit im Außendienst bei der Auswahl und Bereitstellung der Messgeräte sowie der Ausführung von Lage- und Höhenmessungen. Im Innendienst fallen Tätigkeiten am Rechner bei der Auswertung und Weiterverarbeitung der erfassten Daten an sowie die Anfertigung von Skizzen, Lageplänen und ähnlichen Dokumenten per Hand.

Einen guten Vermessungstechniker zeichnen Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein beim Durchführen von Messungen und Dokumentieren von Messergebnissen aus. Räumliches Vorstellungsvermögen und zeichnerische Befähigung sind ebenso gefragt wie ein gewisses Maß an Geschicklichkeit und einer Auge-Hand-Koordination beim Positionieren und Bedienen der komplexen, vermessungstechnischen Messgeräte. Bei Arbeiten in schwierigem Gelände sind Trittsicherheit und eine gute körperliche Konstitution gefragt.

Ausgelernte Vermessungstechniker besitzen fast eine Arbeitsplatzgarantie, da der Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI) seit Jahren über einen Mangel an Nachwuchskräften klagt. Als Standorte der Berufsschulen kommen mehr als 30 Städte infrage, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind.