Welche Verdienstmöglichkeiten bietet der Beruf als Vermessungstechniker?

Wer einen Sinn für Zahlen hat, gerne Berechnungen anstellt und darüber hinaus auch gerne an der frischen Luft arbeitet, für den eignet sich wohlmöglich eine berufliche Laufbahn als Vermessungstechniker oder Vermessungstechnikerin. Während der dreijährigen Ausbildung erlernt man alles, was man als Vermessungstechniker wissen muss, und ist anschließend vor allem für das Vermessen von Baugebieten zuständig, auf denen Gebäude, Straßen, Schienen, Brücken oder anderes errichtet werden soll, sowie das anschließende Auswerten der Messdaten. Wer sich für den Beruf des Vermessungstechnikers interessiert, schaut vor allem, ob er oder sie die nötigen Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllt. Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Vermessungstechniker nicht vorgeschrieben. Besonders gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben junge Menschen mit einem Real- oder Fachhochschulabschluss.

Doch auch Schulabsolventen mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche können für die Ausbildung zum Vermessungstechniker zugelassen werden. Sehr viel wichtiger als rechtliche Voraussetzungen sind bei der Berufswahl zum Vermessungstechniker daher persönliche Interessen und Fähigkeiten. Neben dem oben angedeuteten Interesse an Zahlen ist ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, eine Affinität zu Technik und eine gewisse zeichnerische Begabung unabdingbar, um in dem Beruf erfolgreich arbeiten zu können. Eine Begeisterung für logistische, verkehrstechnische und umweltbezogene Themen sollte ebenfalls gegeben sein. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich guten Gewissens auf einen Ausbildungsplatz als Vermessungstechniker bewerben.

Das Gehalt – wichtiger Faktor für die Entscheidung zu einer Ausbildung als Vermessungstechniker

Doch neben den notwendigen Voraussetzungen interessieren sich Bewerber für eine Ausbildung zum Vermessungstechniker verständlicherweise auch darüber, welche Zukunfts- und Gehaltsaussichten die Ausbildung zum Vermessungstechniker verspricht. Die erste Frage lässt sich leicht beantworten. Vermessungstechniker ist ein Beruf mit Zukunft. Bei der immer größer werdenden Bevölkerung, dem stetigen demografischen Wandel und dem stets gegebenen Bedarf an neuen Gebäuden und einer erweiterten Infrastruktur gibt es auch in ferner Zukunft voraussichtlich noch jede Menge Bedarf an gut ausgebildeten Vermessungstechnikern. Die Frage nach dem Gehalt eines Vermessungstechnikers hingegen ist nicht so leicht zu beantworten. Das Einstiegsgehalt liegt monatlich meist zwischen 1.600 € und 2.800 € Brutto. Wie hoch das Einstiegsgehalt jedoch tatsächlich ist und mit welchen Gehaltserhöhungen während der Laufbahn als Vermessungstechniker gerechnet werden kann, hängt jedoch wie bei vielen anderen Berufen auch von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab.

Arbeitgeber – öffentlicher Dienst oder freie Wirtschaft?

Auf die Höhe des Gehalts eines Vermessungstechnikers wirkt sich natürlich der Arbeitgeber aus. Die wichtigste Rolle spielt hier, ob der Vermessungstechniker im öffentlichen Dienst oder der freien Wirtschaft angestellt ist. Im öffentlichen Dienst werden Vermessungstechniker nach den hier gängigen Tarifgruppen bezahlt. Dies erlaubt sowohl einen vergleichsweise hohen Gehaltseinstieg als auch einen guten Einblick in die zukünftige Entwicklung des Gehalts. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung werden Vermessungstechniker im öffentlichen Dienst in die Entgeltgruppe 8 eingruppiert und verdienen damit etwa zwischen 2.500 und 2.855 € Brutto im Monat. Dieses Gehalt erhöht sich anschließend fast jährlich mit Erreichen einer neuen Tarifstufe. In der freien Wirtschaft gibt es ebenfalls tarifvertragliche Regelungen, die das Einstiegsgehalt und die Gehaltserhöhungen sichern, doch gleichzeitig auch in gewisser Weise begrenzen. In der freien Wirtschaft und bei Betrieben, die nicht an einen Tarifvertrag gebunden sind, sind Gehälter nach oben sehr viel offener, dafür sind die Einstiegsgehälter jedoch meist auch deutlich. Hier können Vermessungstechniker grob mit einem monatlichen Einstiegsgehalt von etwa 1.600 € bis 2.350 € Brutto rechnen.

Ausbildungsgrad und Berufserfahrung

Das Einstiegsgehalt wird nicht nur durch eine Anstellung im öffentlichen Dienst, der freien Wirtschaft und durch tarifvertragliche Regelungen festgelegt, sondern selbstverständlich auch durch den erreichten Ausbildungsgrad. Je mehr ein Vermessungstechniker nach seiner Ausbildung kann, desto höher sind in der Regel auch die Einstiegsgehälter. Dies setzt sich auch später in der Ausübung des Berufs fort. Je mehr Erfahrung ein Vermessungstechniker sammelt oder je mehr er sich weiterbildet, desto eher kann er mit Gehaltserhöhungen rechnen und desto höher fallen diese außerdem aus. Die Einstiegsgehälter nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung sind natürlich geringer als das Gehalt nach einigen Jahren Berufserfahrung. Wer seine Chancen auf ein höheres Gehalt außerdem erhöhen will, kann sich nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung weiterbilden, indem er oder sie eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder sogar ein Studium absolviert.

Gehaltsvergleich Vermessungstechniker

Gehaltsvergleich Vermessungstechniker

Gehaltsfaktor Bundesland

Für die Höhe des Gehaltes spielt wie für die meisten anderen Berufe auch eine zentrale Rolle, in welchem Bundesland man als Vermessungstechniker angestellt wird. Üblicherweise wird der gleich Job im Westen der Bundesrepublik besser bezahlt als im Osten des Landes. Mit einem Durchschnittsgehalt von über 28.000 € und möglichen Gehalt von mehr als 50.000 € sind die Verdienstaussichten als Vermessungstechniker in Nordrheinwestfalen am besten. Mit einem Durchschnittsgehalt zwischen 24.000 und 25.500 € belegen Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ebenfalls sehr gute Plätze. In Hessen liegt das geringste Einkommen nicht unter 21.000 € und erreicht unter guten Voraussetzungen ein Spitzengehalt von über 30.000 € im Jahr. Auch in Baden-Württemberg sind Gehälter von fast 35.000 € möglich, dafür kann das Gehalt allerdings auch bei unter 17.000 € beginnen. . Auch in Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen stehen die Gehaltsaussichten mit einem Durchschnittsgehalt um 23.500 € und einem möglichen Spitzenverdienst von zwischen 28.000 € und knapp 30.000 € recht gut. Auch die geringsten Gehälter liegen in diesen drei Bundesländern nur selten unter 20.000 €. Die geringsten Durchschnittsgehälter werden in den neuen Bundesländern gezahlt. Mit einem Durchschnittsgehalt von über 20.000 € versprechen Thüringen und Brandenburg hier die besten Verdienstaussichten, gefolgt von Berlin und Sachsen mit über 19.500 €. In Thüringen und Sachsen sind außerdem Gehälter von 30.000 € möglich, für die anderen Bundesländer liegen die möglichen Gehälter bei einer Obergrenze von etwa 23.500 €. Die Schlusslichter bilden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit einem Jahreseinkommen von unter 19.000 €. Während in den östlichen Bundesländern das Gehalt außerdem wenigstens bei um die 15.000 € im Jahr liegt, liegt Sachsen-Anhalts Verdienstuntergrenze deutlich tiefer.